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Werkstatt Frankfurt und der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V. setzen seit dem 4.7.2011 ein gemeinsames Projekt zur Qualifizierung in der stationären Altenpflege um.
Das vom Hessischen Sozialministerium über drei Jahre mit insgesamt rund 880.000 € geförderte Projekt hat die Qualifizierung von An- und Ungelernten Altenpflegern/-innen durch „Lernen im Arbeitsprozess“ zum Ziel.
Das innovative Konzept des arbeitsintegrierten Lernens wird seit Jahren bereits in verschiedenen Bereichen der Werkstatt Frankfurt erprobt und weiter entwickelt. Mit der Unterstützung des Hessischen Sozialministeriums wird dieser Ansatz, der ganz besonders für erwachsene Lernende geeignet ist, nun in ein neues Arbeitsfeld in einem Unternehmen der freien Wirtschaft erstmalig überführt. Das besonders spannende ist, dass hier nun, anders als bisher in den Betrieben von Werkstatt Frankfurt, die Methode des arbeitsintegrierten Lernens für alle neu ist: für die zu Qualifizierenden, aber auch die Dozent/-innen, die Praxisanleiter/-innen, die Vorgesetzen und die Verwaltungsstruktur. Daher werden auch alle diese Menschen in die Entwicklung und Umsetzung miteinbezogen und im Laufe des Projekts qualifiziert – natürlich jeweils in sehr unterschiedlichem Umfang.
Wie bei allem, was neu ist, wird es auch bei der Umsetzung dieses Pilotprojektes viele Hürden zu überwinden geben. Wir aber freuen uns ganz besonders auf die neuen Erfahrungen, die wir machen dürfen und die neuen Erkenntnisse, die wir mit diesem Projekt über die Erwachsenenbildung gewinnen werden.
Die neuen Konzepte und Lernmethoden ermöglichen einer großen Gruppe von Menschen, die über abstrakte Wissensvermittlung nicht erreicht werden können, den Weg zu Qualifizierungen, der ihnen bis dahin verschlossen war.
Insofern werden die Gewinner/-innen unserer Arbeit nicht nur diejenigen sein, die nun die Qualifizierung durchlaufen, sondern darüber hinaus auch die Menschen, die in Zukunft über „Lernen im Arbeitsprozess“ von unseren Erkenntnissen profitieren können.
Im Projekt AiQuA werden daher auch die Anleiter/-innen und Dozent/-innen der Lernenden weiter qualifiziert und durch ein Coaching begleitet, so dass sie die Lernenden bestmöglich unterstützen können.
Was ist „Entdeckendes Lernen“ ?
Wesentliche Elemente des arbeitsintegrierten Lernens sind die Konzepte des „entdeckenden Lernens“ und des „erfahrungsgeleiteten Handelns“. Beim „entdeckenden Lernen“ wird nicht im Voraus gesagt, was und wie die Lernenden etwas zu tun haben, sondern sie müssen den Weg der Aufgabenbewältigung selbst herausfinden und dabei lernen.
Lernende werden also nicht belehrt oder „unterwiesen“, sondern setzen sich selbst mit der Aufgabe auseinander, denken sich hinein, erarbeiten sich einen Weg und probiert diesen dann selbständig aus. Erfolg oder Misserfolg zeigen ihnen, ob ihre Überlegungen richtig waren. Sie lassen sich von der Sache belehren und lernen dabei vieles über ihren Arbeitsgegenstand und den gesamten Kontext der Aufgabe. Sie planen ihre Vorgehensweise selbständig und suchen bei unerwartet auftauchenden Problemen selbst nach Fehlerquellen und Lösungsmöglichkeiten. Beim „entdeckenden Lernen“ werden alle Fähigkeiten und Vorkenntnisse mobilisiert, über die Lernende bereits verfügen. Fehlende Kenntnisse oder Fertigkeiten, die für die Bewältigung der Aufgabe erforderlich sind, werden selbstgesteuert und selbstorganisiert erworben. (Text stark gekürzt: Ute Büchele, Christiane Hemmer-Schanze -GAB München)
Der Lernprozess wird so zu „erfahrungsgeleitetem Handeln“, bei dem sich Lernende im realen Arbeitsprozess aktiv Erfahrungsgelegenheiten erschließen und sich von diesen Erfahrungen in seinem weiteren Vorgehen leiten lassen. Durch das selbständige Sammeln von Erfahrungen erlangen Lernende neue Einsichten in komplexe Sachverhalte und erwerben Problemlösungsstrategien, die weit über oberflächlich angelerntes Wissen hinausgehen.
Diese modernen Lernkonzepte stellen auch neue Anforderungen an Praxisanleiter/-innen. Ihre Aufgabe besteht nicht mehr darin, den Lernenden die richtige Lösung zu zeigen, sie zu instruieren oder zu korrigieren. Ihre Rolle ist, den Lernprozess zu begleiten, den Überblick über den Ablauf zu behalten und dafür zu sorgen, dass aus Erlebnissen Erfahrungen und aus Erfahrungen Erkenntnisse und Fähigkeiten werden. Sie stehen den Lernenden bei ihrem individuellen Lernweg zur Seite, ermutigen sie, etwas aus zu probieren und unterstützen sie dabei. Schließlich reflektieren sie die gemachten Erfahrungen gemeinsam mit den Lernenden und sichern so die Lernerträge.
Weitere Informationen finden Sie hier
Werkstatt Frankfurt ist Partner im europäischen Austauschprogramm für Jugendliche zur Qualifizierung und Arbeit in Graz und Mailand
Die Werkstatt Frankfurt ist seit Mai 2010 Partner im Projekt "IdA - Integration durch Austausch", gemeinsam mit dem Caritasverband und dem RMJ (RheinMainJobcenter).
Für welche Teilnehmer? "Integration durch Austausch" richtet sich an arbeitslose junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren die · noch keine Ausbildung abgeschlossen haben · oder die nach der Ausbildung arbeitslos sind · oder eine schulische Ausbildung absolvieren Voraussetzung ist, dass die Teilnehmer durch das RMJ gefördert werden, also Anspruch an ALG II haben.
Was passiert im Projekt? Die Teilnehmer dürfen 8 Wochen bei unseren Projektpartnern in Graz (Österreich) oder Mailand (Italien) oder in dortigen Kooperationsbetrieben arbeiten. Reise, Unterkunft, Arbeitsstelle und auch ein Kulturprogramm in den beiden interessanten Städten werden durch uns organisiert. Ein Ansprechpartner vor Ort kümmert sich um alle Fragen rund um die Arbeit. In Frankfurt findet eine intensive Vorbereitung der Reise statt, nach dem Auslandsaufenthalt werden die neuen Erfahrungen ausgewertet, in die Bewerbungsmappe eingearbeitet und nach einem passenden Arbeitsplatz gesucht.
Wie lange dauert die Teilnahme? Das Projekt dauert 18 Wochen: eine 4-wöchige Vorbereitungsphase, dann 8 Wochen Qualifizierung und Arbeiten im Gastland, dann 6 Wochen Nachbereitung und Jobsuche.
Wie lange dauert das Projekt? Das Projekt endet am 30. Juni 2012. Bis dahin können insgesamt 120 junge Menschen am Austauschprogramm teilnehmen, pro Austausch maximal 12 TeilnehmerInnen. Bei Interesse melden Sie sich bitte jederzeit bei Werkstatt Frankfurt und fragen Sie nach den Ansprechpartnern (s. unten).
Die Ansprechpartner bei der Werkstatt Frankfurt: Die "Gesichter des Projekts" sind seit Mitte Juni die beiden langjährigen Mitarbeiter der Werkstatt Frankfurt Heidrun Bratenberg und Gerhard Schroth und die neue Mitarbeiterin Friederike Stibane. Kontakt: gerhard.schroth(at)werkstatt-frankfurt.de / Fon: 069-68097-562 heidrun.bratenberg(at)werkstatt-frankfurt.de / Fon: 069-68097-561
Weiteres Wissenswertes finden Sie im Flyer (Seite 1 / Seite 2)
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