Werkstatt Frankfurt e.V. Arbeiten für Frankfurt
Informationen zu Werkstatt Frankfurt

hier: Stellungnahmen zu dem "Tribunal"

DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main:

Sehr geehrter Herr Skerutsch,
ich beziehe mich auf unser gestriges Telefongespräch und die mir in Kopie zugestellte Mail an den DGB-Bezirk Hessen-Thüringen, Herrn Körzell. Ich darf Ihnen versichern, dass ich weder von der Anklage gegen die Werkstatt Frankfurt noch über Details, um welche Angelegenheit es sich dabei handelt, im Vorfeld informiert war. Als Mitglied im Verein Werkstatt Frankfurt wäre es geradezu grotesk, würde ich solch ein Tribunal gegenüber der Werkstatt Frankfurt mittragen.
Sie können auch für die Zukunft darauf bauen, sollten im Einzelfall Beschwerden bzgl. der Arbeit der Werkstatt Frankfurt an mich herangetragen werden, so werde ich versuchen, diese in Rücksprache mit Ihnen zu klären bzw. offen auszutragen. Aus über 12-jähriger Mitarbeit im Verein Werkstatt Frankfurt wie auch in meiner Funktion als Vorsitzender der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main kann ich Ihnen versichern, dass ohne die Arbeit der Werkstatt Frankfurt viele tausende Menschen in unserer Stadt weniger Chancen gehabt hätten auf einen Arbeitsplatz und in die Gesellschaft integriert zu werden.
Ich werde meinerseits versuchen, gegenüber der Abt. Sozialpolitik beim DGB-Bezirk Hessen-Thüringen vermittelnd tätig zu sein. 
Mit freundlichen Grüßen
 
Harald Fiedler
Vorsitzender
DGB Region Frankfurt-Rhein-Main

 

Brief des WF-Betriebsratsvorsitzenden an den DGB

Sehr geehrte Kollegin Beier,
Herr Skerutsch, der Geschäftsführer der Werkstatt Frankfurt, hat mich über das vom DGB Hessen geplante "Hartz IV Tribunal" am 18.01.2008 in Frankfurt informiert.
Grundsätzlich finde ich es wichtig und richtig, dass Gewerkschaften politische und soziale Missstände öffentlich kritisieren. Ob ein "Tribunal" die richtige Form ist, um Kritik zu äußern, darüber werden die Meinungen auseinander gehen. Das soll aber nicht mein Thema sein.
Anlass für mein Schreiben ist Ihre "Anklage" der Werkstatt Frankfurt als einen "verantwortlichen Umsetzer des 4. Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt".
Werkstatt Frankfurt (d. h. ihre Beschäftigten) leistet seit 23 Jahren eine anerkannt gute Arbeit bei der Ausbildung, qualifizierender Beschäftigung und Vermittlung von Langzeitarbeitlosen. Mit ihren Zielen und Aufgaben ist Werkstatt Frankfurt Bestandteil des regionalen Wirtschaftslebens und anerkannter Partner der städtischen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik sowie des Handwerks, der Unternehmen und auch der Gewerkschaften. Der Vorsitzende des DGB Region Frankfurt-Rhein-Main ist seit vielen Jahren Mitglied des Vereins Werkstatt Frankfurt. Darüber hinaus gab und gibt es vielfältige Zusammenarbeit zwischen dem DGB, ver.di und Werkstatt Frankfurt.
Aus diesen Gründen war es sehr überraschend, vom DGB Hessen nun als "Umsetzer von Hartz IV" angeklagt zu werden. Es sind gerade die Beschäftigungsträger und Qualifizierungseinrichtungen, die langzeitarbeitslosen Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der engen gesetzlichen Möglichkeiten Hilfe anbieten. Der Fokus hier ist doch das "Fördern".
Die "Anklage" ist daher völlig unverständlich. Niemand käme dazu, Schulen als Umsetzer der Bildungspolitik oder Krankenhäuser als Umsetzer der Gesundheitspolitik anzuklagen. Werden als Nächstes Pflegeberufe, Erziehungsdienste, Sozialarbeit, Sportbetreuung etc. vom DGB als Systemumsetzer angeklagt?
Oder steht der DGB Hessen nicht mehr zu einer aktiven Beschäftigungspolitik? Wenn öffentlich geförderte Beschäftigung vom DGB Hessen abgelehnt wird, dann sollte es auch explizit ausgedrückt werden. Ich bitte dringend um Rückmeldung, wie sich der DGB Hessen hierzu positioniert.
Die Belegschaft der Werkstatt Frankfurt soll in Kürze offiziell über das "Hartz IV Tribunal" informiert werden. Es gab bereits jetzt Stimmen aus der Belegschaft, die aus diesem Grund einen Gewerkschaftsaustritt avisiert haben. Ich bitte auch deshalb um eine baldige Antwort.
Für ein Telefonat oder ein persönliches Gespräch stehe ich gerne zur Verfügung. An dem "Tribunal" werde ich nicht teilnehmen.
Mit kollegialem Gruß
Holubec
BR-Vorsitzender

NEUE ARBEIT Vogelsberg:

Lieber Herr Skerutsch,

vielen Dank für Ihre Information. Ich habe sie gleich weitergeleitet an Frau Lang / DWHN um hier eine schnelle Klärung zu bewirken. Ich halte das Tribunal für völlig ungeeignet, die Probleme, deren Ursachen in der Regel nicht bei einem Träger zu suchen sind und in vielen Fällen auch nicht bei der jeweiligen ARGE oder Optionskommune.

Sicher gibt es in der Durchführung Einiges zu verbessern oder werden Fehler gemacht. Aber die Beschäftigungsträger und Qualifizierungseinrichtungen sind eigentlich die, die sich die größte Mühe geben um aus dem Wenigen was gegeben ist auch noch das Beste für die Menschen, die Hilfe und Unterstützung bedürfen zu machen. Das Tribunal trifft also die Falschen, führt zu keiner Veränderung und bewirkt im Gegenteil unnötige Auseinandersetzungen zwischen den Akteuren auf der Seite der sozial Schwachen.

Ganz schlimm finde ich und das macht mich schon betroffen, dass wir jetzt möglicherweise, wenn es nicht gelingt hier noch erfolgreich gegen zu steuern, eine öffentliche Auseinandersetzung bekommen, die uns allen nur schaden wird.

Auch als IGMler und damit DGB Mitglied erwarte ich hier einen sorgsameren Umgang mit dieser Thematik. Es wäre schade, wenn hier aus "landtagswahltaktischen Erwägungen" eine "aktionistische" Veranstaltung hochgezogen wird, die dazu führt, dass man sich gegenseitig verhaut und der Schuldige ungeschoren sich aus dem Staub macht.

Übrigens, ich habe bisher noch keine/n von der "Unterzeichnergruppe" gesehen, die oder der sich vor Ort, z. B. bei der NEUEN ARBEIT oder anderen mir bekannten Einrichtungen von der hervorragenden Arbeit überzeugt hat und vor allem, die dort in jedem Fall vorherrschenden schwierigen Bedingungen versucht kennenzulernen, geschweige denn eigene Ideen dazu beigetragen hat, die Arbeit zu verbessern.

So, ich höre jetzt auf, sonst fällt mir noch mehr ein.

Schöne Grüße aus dem Vogelsberg

Claus Rauhut

Betriebsleiter
NEUE ARBEIT Vogelsberg

PS:      Die Mail kann auch gegenüber dem Tribunal benutzt werden.

Leiterin des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN

Frau Pfarrerin Gundel Neveling schreibt uns

"Sehr geehrter Herr Skerutsch,

danke für Ihren Brief, den ich am 21.12.07 erhalten habe. Wir sehen Ihre Kritik als berechtigt an und hatten bereits einen Tag vorher unseren Rücktritt aus dem Veranstalterkreis erklärt"

und in einem Schreiben an die Veranstalter schreibt das Zentrum:

"Eine Pauschalkritik an einem Beschäftigungsträger, der schwerpunktmäßig Arbeitsgelegenheiten mit Aufwandsentschädigung durchführt, wird von uns nicht geteilt."

 

VdK distanziert sich auch

Aus einem Schreiben des VdK an den Vorbereitungskreis des "Tribunals":

"Sehr geehrte Frau Beier,
auf Grund Ihrer E-Mail vom 5. Dezember 2007 habe ich mit Udo Schlitt gesprochen.
Leider steht die Außendarstellung des vorgesehenen Tribunals nicht im Einklang mit unserer parteipolitischen Unabhängigkeit.
Einen solchen Eindruck müssen wir unter allen Umständen in der Öffentlichkeit vermeiden. Daher können sich weder der VdK noch der Landesvorsitzende an dieser Aktion beteiligen, zumal diese unmittelbar vor der hessischen Landtagswahl liegen soll.
Das vorgesehene Plakat kann daher nicht mit unserem Namen veröffentlicht werden. Es ist auch nicht möglich, dass sich ein hervorgehobener Repräsentant unseres Verbands an dem Tribunal beteiligt.
Ich bitte - zugleich im Namen von Udo Schlitt - um Verständnis für diese Entscheidung, die wir im Interesse unserer parteiübergreifenden Verbandspolitik treffen müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Egbert Koeppen
Landesgeschäftsführer
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